Koi Lexikon

 

Kinginrin

Unter den Koi gibt es einige ganz besondere Exemplare, die durch ihren außergewöhnlichen Glanz auffallen. Es handelt sich dabei entweder um eine metallische Varietät oder um einen Kinginrin. Übersetzt bedeuten die drei japanischen Begriffe Kin Gin Rin “Gold-silberne Schuppen” und beschreiben Koi, die ganz oder teilweise von einer Schicht außergewöhnlicher Schuppen mit Leuchtreflexen überzogen sind. Unabhängig von einer möglichen Grundfarbe entsteht dabei entweder ein Gold- oder Silberglanz.

Die Schuppen des Kinginrin

kinginrinDas Besondere am Kinginrin sind seine Schuppen, die die Leuchtreflexe bewirken. Diese befinden sich bei einigen Exemplaren am ganzen Körper, andere Koi haben dagegen nur einige wenige Schuppen, die sich von den üblichen Mustern unterscheiden. Der Glanz der Kinginrin-Schuppen beruht darauf, dass sie von einer Schicht überzogen sind, die den Lichtreflex entstehen lässt. Damit das Exemplar als Kinginrin bezeichnet werden kann, muss es mindestens eine zweireihige Schuppenfolge auf dem Rücken aufweisen. Die Schuppen können flach oder gewölbt sein und reflektieren nicht alle gleich. Manche haben den Effekt nur am äußeren Rand, andere leuchten von innen heraus und werden zum Rand hin wieder matt. Diese beiden Unterarten werden als Kado Gin bzw. als Perl Gin-Rin bezeichnet. Der Diamant-Gin-Rin besitzt Schuppen, die strahlenförmig reflektieren. Eine voll reflektierende Schuppe wird als Beta-Gin bezeichnet.

Farbschläge der Kinginrin-Varietät

Ein Kinginrin nimmt immer einen goldenen oder silbernen Glanz an und kann darüber hinaus eine Grundfarbe haben, die von diesem Glanz leicht überdeckt wird. Ginbo und Kinbo sind beispielsweise dunkle Koi, die einen Silber- bzw. Goldglanz aufweisen. Der Körper dieser Varietäten ist einfarbig und man erkennt, dass der Koi ohne den Kinginrin-Effekt schwarz wäre. Ginsui und Kinsui dagegen sind eigentlich Shusui mit Silber-, bzw. Goldglanz. Der Shusui wiederum ist eine Varietät des Asagi – mit der Ausnahme, dass er die Doitsu-Beschuppung aufweist, die entsteht, wenn eine Koi-Varietät mit deutschen Karpfen gekreuzt wurde. Den charakteristisch-gräulichen Asagi darf man sich dabei mit dem jeweiligen Glanz überzogen vorstellen. Beim Gin Kabuto oder Kin Kabuto handelt es sich um schwarz behelmte Tiere, die silberne bzw. goldene Schuppenränder aufweisen.

Metallischer Koi oder Kinginrin?

Der Kinginrin hat eine charakteristische Musterung einer reflektierenden Schuppe. Das jeweilige Muster hängt davon ab, wie sich die reflektierende Schicht auf der Schuppe verteilt, was genetisch festgelegt ist. Beim Kinginrin kommt es häufig vor, dass die Schuppen nicht überall Licht zurückwerfen, sondern stellenweise auch matt sein können. Bei genauerem Hinsehen könnte ein Laie daher Kinginrin und metallische Koi noch auseinanderhalten. Schwieriger wird es dagegen, wenn der Koi voll reflektierende Schuppen aufweist, die man nicht mehr mit einem genauen Blick von einer metallischen Farbgebung unterscheiden könnte. Metallische Farbvarietäten gibt es fast in jeder größeren Farbgruppierung, und sie sind nicht immer leicht von den Kinginrin zu unterscheiden. Teilweise kann man sich am Namen orientieren und nach den japanischen Wörtern “Kin” für Gold oder “Gin” für Silber suchen – das könnte darauf hindeuten, dass es sich um einen echten Kinginrin handelt. Findet sich dagegen kein solcher Bestandteil im Namen, kann das wiederum ein Anzeichen dafür sein, dass man einen metallischen Koi entdeckt hat. Üblicherweise tragen metallische Koi eine Beschuppung, die sich immer über den ganzen Körper zieht und die nicht auf einer Beschichtung der Oberfläche beruht, sondern auf anderen Eigenschaften.

Schwierigkeiten & Probleme bei Kinginrin Koi

Die ersten Kinginrin wurden zufällig im Jahre 1929 in einer Kohaku-Brut entdeckt. Durch spezielle Züchtung gelangte man zu den heutigen Ergebnissen, da damals noch nicht der ganze Körper der betroffenen Koi von den reflektierenden Schuppen bedeckt war. Eine so spezialisierte Züchtung auf ein Merkmal hin schließt jedoch die Inzucht der Tiere ein, sodass man heutigen Exemplaren nachsagt, anfälliger für Krankheiten zu sein. Beim Kinginrin muss man daher besonders sorgfältige Vorsorge betreiben und darf nicht riskieren, dass der Koi erkrankt oder sich bei kranken Mitbewohnern ansteckt. Außerdem werden Kinginrin selten groß: Es gibt nur wenige Exemplare, die jemals länger als 70 cm messen. Wer also große Koi liebt oder sich mit den möglichen Erkrankungen und Behandlungen der Tiere noch nicht auskennt, wird mit einem Kinginrin eher nicht glücklich, das Tier ist zu anspruchsvoll und erreicht vermutlich nie eine besondere Länge. Geht es jedoch eher um die Optik und ist man dazu bereit, noch sorgfältiger gegen Krankheiten tätig zu werden, ist ein Kinginrin eine gute Wahl, da sein Glanz noch einmal ein ganz anderes Kaliber darstellt als der des metallischen Koi.

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