Koi Lexikon

 

Koromo

Der Koromo, oder auch Goromo, ist eine der sechzehn Varietäten des japanischen Koi. Er unterscheidet sich in seinem spezifischen Farbmuster von anderen Kois. Das Farbmuster des Koromo ist weiß grundiert, und die einzelnen Flecken des Karpfens sind schwarz schattiert. Dabei kann die Grundfarbe des Koromo unterschiedlich sein, weiß ist jedoch am häufigsten. Die Farbmusterung bestimmt darüber, welcher Untervariante ein Koromo-Zierkarpfen zugeordnet wird. Es gibt Koromos mit roten, gelben und schwarzen Flecken.

Untervarianten des Koromo

koromoDer Ai Koromo hat rote Flecken mit schwarzer Schattierung. Die roten Schuppen haben eine eigenartige Indigofärbung, weil sie innerhalb der roten Färbung eine blaue Sichel aufweisen. Am Kopf des Ai Koromo sollte die indigoblaue Zeichnung nicht vertreten sein. Man sollte den Ai Koromo in weichem Wasser halten, da in hartem Wasser die indigoblauen Elemente am Kopf des Fisches ausgeprägt werden. Beim Budo Koromo sind die Flecken gelb, wirken aber aufgrund der schwarzen Umrandung bräunlich. Auf dem Kopf sollte der Budo Koromo einen schwarz umrandeten gelben Fleck haben. Der Sumi Koromo verfügt über ein rotes Muster mit Übergängen ins Schwarze. Auch seine Flecken sind schwarz umrandet. Das für viele Kois charakteristische Sumi (Tuche) sollte beim Sumi Koromo auch auf den Kopfschuppen vertreten sein. Alle drei Untervarianten haben meistens die Grundfarbe weiß, sie können aber auch in anderen Grundfarben gezüchtet werden. Die Untervariante des Doitsu Koromo wurde aus dem deutschen Karpfen gezüchtet. Im Unterschied zu den japanischen Kois hat er eine lederartige Haut und wenig oder gar keine Schuppen. Dennoch handelt es sich um eine originale Koizüchtung, die auch im klassischen Koi-Land Japan vorgenommen wird. Den Doitsu Koromo gibt es in allen Mustervarianten der Koromos, also als Ai, Budo und Sumi.

Geschichte des Koromo

Der Koromo gehört zwar nicht zu den ältesten Koizüchtungen, zählt aber zu den original japanischen Zierkarpfenzüchtungen. Äußerlich ist er dem älteren Kohaku sehr ähnlich. Um 1920 wurde der Koromo aus dem Kohaku und dem weiblichen Narumi Asagi gezüchtet. Die gewünschten Erfolge stellten sich bei der Zucht aber erst zwischen 1945 und 1950 ein. Seine schwarz umrandeten Farbmuster, die sich auf der weißen Grundfarbe besonders deutlich abheben, haben den Koromo zu einem sehr begehrten Koi gemacht. Mittlerweile wird er in aller Welt nachgezüchtet und verkauft.

Der Koromo als bekleideter Karpfen

Koromo bedeutet übersetzt etwa „Priestergewand“ oder „Kleidung“. Die Benennung des Zierkarpfens ist auf die für ihn typische schwarze Umrandung der Musterung zurück zu führen. Dies ist ähnlich wie beim Kohaku, aus dem der Koromo auch gezüchtet wurde. Ein Unterschied besteht bei den roten Schuppen, die allein beim Koromo indigoblaue Sicheln aufweisen. Als „bekleideter Karpfen“ steht der Koromo für Individualität, Reinheit und Vornehmheit.

Qualitätsmerkmale des Koromo

Der Koromo ist bei Teichbesitzern in aller Welt ein sehr begehrtes Tier. Die schwarze Umrandung der Musterung hebt die einzelnen Farben sehr gut von der Grundfarbe ab. Der Farbkontrast ist bei Kois ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Je deutlicher der Kontrast zwischen den einzelnen Farben, desto qualitativ hochwertiger ist die Züchtung. Beim Koromo sollte man daher auf eine klare Farbabgrenzung achten. Wegen der schwarzen Umrandung besteht die Möglichkeit, dass Farben ineinander übergehen, was den Wert des Fisches mindern würde. Auch ist die Grundfarbe weiß stets vorzuziehen, da sich auf andersfarbigem Hintergrund die für den Koromo typische Umrandung der Flecken nicht deutlich genug abzeichnen würde.

Probleme bei der Zucht von Koromo Koi

Die Zucht der Koromo Koi Karpfen gilt als schwierig. Nicht umsonst hat man den Durchbruch in den Anfängen der Koromo-Zucht erst nach Jahrzehnten erzielt. Die tatsächliche Qualität der Zeichnung des Zierkarpfens bleibt lange unklar. Anfänglich sind die Jungtiere des Koromo kaum von denen des Kohaku zu unterscheiden. Die Farbnuancen, wie das Indigoblau in den roten Schuppen, werden erst nach einiger Zeit erkennbar. Außerdem ist es nicht leicht, eine gegenüber den anderen Farben klar abgegrenzte schwarze Umrandung heraus zu züchten. Es muss dabei vermieden werden, dass sich das Sumi (Tusche) der Umrandung mit den Randbereichen der anderen Farben vermischt. Bei den Farben gelb und rot ist diese Gefahr recht groß. Außerdem fallen unerwünschte Farbübergänge auf dem Hintergrund der weißen Grundfarbe beim Koromo eher auf als bei anderen Kois.

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