Koi Lexikon

Nishikigoi

Der Nishikigoi ist eine Zuchtform des Karpfens und bedeutet wörtlich Brokatkarpfen, er wird in der Kurzform Koi genannt.

Herkunft des Nishikigoi

Über die Herkunft des Koi-Karpfens ist man sich nicht einig, es lässt sich nicht hundertprozentig sagen, woher er tatsächlich stammt. Mögliche Herkunftsorte sollen China, Japan, Korea, das Schwarze und Kaspische Meer, der Aralsee und die Donauregion sein. Überlieferungen zufolge wurden die ersten Kois bereits vor Christi Geburt gesichtet; sie sollen bereits im 11. Jahrhundert v. Chr. gelebt und in Aufzeichnungen erwähnt worden sein. Gesicherte Erkenntnis hingegen herrscht darüber, dass um 1800 n. Chr. in Japan die ersten Züchtungen stattgefunden haben. Die Zuchtkarpfen blieben zu dieser Zeit jedoch unbekannt und unentdeckt, da sie vorzugsweise der Ernährung und dem Handel dienten.

nishikigoiChina ist als ältestes Fischzuchtland der Erde der Pionier in Zucht, Haltung und Pflege und verfügt über eine bedeutende Tradition. Hier gilt es als Ehre, einen Fisch als Geschenk zu empfangen. So soll der erste Sohn des Philosophen Konfuzius zur Geburt einen bunten Prachtkarpfen geschenkt bekommen haben. Diese Geste war von großer Bedeutung, denn ein Karpfen symbolisiert Stärke und Leben. Er erhielt deshalb den Namen Kong Li, was aus dem Chinesischen frei übersetzt Karpfen bedeutet (Li = Karpfen). Obwohl in Israel, Südafrika und Singapur auch Kois gezüchtet werden, stammen die meisten Zuchtformen heute aus Japan. Eine im Jahr 1914 in Tokio stattfindende Ausstellung brachte den Farbkarpfen den zweiten Platz und damit den weltweiten Durchbruch.

Zuchtformen des Nishikigoi

Großer Beliebtheit bei Züchtern und Haltern erfreuen sich ein-, zwei- und dreifarbige Varietäten, die in den Hauptfarben rot, weiß, blau und schwarz am meisten vertreten sind. Aber auch gelbe, orange, goldene, silberfarbene sowie metallisch glänzende Zuchtformen des Nishikigoi sind sehr gern gesehen. Die Preise für diese Prachtexemplare gehen je nach Zuchtform und Zeichnung bis in den fünfstelligen Eurobereich.

Die Varietäten wachsen stetig, deshalb ist eine genaueste Gruppierung nicht möglich. Die wichtigsten Zuchtformen bestehen aus mindestens 16 Hauptvarietäten und über 100 Unterformen. Folgende Koi-Züchtungen seien an dieser Stelle beispielsweise genannt:

Asagi / Shusui bedeutet „hellblau“, er ist die Urform unter den Koi-Karpfen und bildete die Grundlage für viele weitere Unterarten.

Der Bekko (Schildpatt-Karpfen) hat eine weiße, rote oder gelbe Grundfarbe und schwarze Flecken, wobei das Schwarz nicht bis über den Kopf reichen sollte. Die Brustflossen sind in der jeweiligen Grundfarbe getuscht.

Beim farbenprächtigen Goshiki („fünffarbig“) ist der Körper in fünf Farben aufgeteilt: Weiß, rot, schwarz, hellblau und dunkelblau. Mit bloßem Auge lassen sich die fünf Farben oft schwer erkennen, da sie sich ineinander mischen.

Der Hikarimoyomono („glänzend-gemustert“) ist ein metallisch glänzender Farbkarpfen, der in zwei Gruppen unterteilt wird: Der Moyo ist eine Kreuzung aus Ogon und anderen Varietäten, der Hariwake verfügt über Gold-, Silber- und Platintöne.

Kawarimono ist die Sammlung der Gruppe nichtmetallischer Koi-Karpfen, die keiner anderen Zuchtform zugeordnet werden können. Sie verfügen über makellose Farben und eine klare Zeichnung. Zu dieser Gruppe kommen ständig neue Kreuzungen hinzu.

Kinginrin oder in der Kurzform Ginrin steht für „Silberschuppe“. Die Farbkarpfen verfügen über eine reflektierende Schicht entlang der Rücken- und Seitenlinie.

Der Kohaku („rot-weiß“) besitzt eine weiße Grundfarbe mit roter Zeichnung auf dem Rücken, die bis über den Kopf geht. Die Flossen dürfen keine Rotfärbungen enthalten.

Koromo („Kleidung“, „Gewand“). Die beeindruckende, edle Koi-Zuchtform strahlt Anmut aus. Der Körper ist weiß mit roter Zeichnung. Jede Schuppe ist mit einer blau-schwarzen Musterung in Form einer Sichel verziert.

Der Ogon („Gold“) ist einfarbig mit einer metallisch glänzenden Beschuppung, die Ränder der Schuppen sind einheitlich golden. Die Brustflossen sind größer als bei anderen Koi-Zuchtformen.

Der Sanke („drei Farben“) ist ein Klassiker unter den Kois. Seine Grundfarbe ist weiß mit scharlachroten und schwarzen Flecken, wobei die schwarzen Flecken nicht am Kopf sein sollten. Die Brustflossen verfügen über Streifen. Der Sanke besticht durch klare Linien und fixierte Farben, die nicht ineinander übergehen.

Beim herkömmlichen Showa („dreifarbig“) dominiert Rot als Grundfarbe, schwarze und weiße Zeichnungen stehen ausgewogen im selben Verhältnis. Der Showa mit schwarzer Grundfarbe verfügt über rote und weiße Flecken.

Der Tancho („roter Scheitel“) wird besonders verehrt, da seine Zeichnung an die japanische Flagge erinnert: Seine Grundfarbe ist ein reines Weiß. Als einzigen Farbtupfer hat er einen runden, ovalen, rauten- oder herzförmigen roten Fleck auf dem Kopf.

Der Utsurimono oder kurz Utsuri („Harmonie“) stammt vom Asagi ab. Seine Grundfarbe ist schwarz mit weißen, roten oder gelben Flecken, die ebenmäßig über den gesamten Körper verteilt sind. Die Brustflossen haben Streifen.

Alter, Wachstum und Haltung von Nishikigoi

Abhängig von Hygienebedingungen und Wassertemperatur können Nishikigoi ein stattliches Alter von 50 bis 70 Jahren erreichen. Wegen schlechter Haltungsbedingungen werden viele aber nicht älter als zehn Jahre. Je nach Zuchtform können Kois bis zu einem Meter lang werden, dies betrifft vor allem einfarbige Varietäten. Kois befinden sich ständig im Wachstum, die Geschwindigkeit ist von ihrer Umgebung, den Wassertemperaturen und der Ernährung abhängig. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Qualität des Teichwassers. So sollten pH-, Ammoniak- und Nitrit-Werte einer ständigen Kontrolle unterliegen. Nishikigoi sind von drei bis 38 Grad Wassertemperatur lebensfähig. Je nach Jahreszeit werden folgende Temperaturen als ideal angesehen: Im Frühling 14 bis 18 Grad, im Sommer 20 bis 26 Grad, im Herbst 15 bis 20 Grad und im Winter mindestens vier Grad. Bei richtiger Wassertemperatur, idealer Teichgröße und der Verabreichung hochwertigen Futters wachsen Kois gesund heran.

Ernährung von Kois

Von großer Bedeutung für die Lebensdauer und das Wachstum ist eine richtige Ernährung. Das Futter sollte einwandfrei angebaut und unter ausgesuchten Bedingungen hergestellt sein. Vor allem dürfen wichtige Inhaltsstoffe nicht fehlen. Ein Koi ist ein Omnivore (Allesfresser) und verspürt kein Sättigungsgefühl; er frisst so lange, bis alles weg ist. Deshalb sollte man ihn von morgens bis nachmittags in kleineren Portionen füttern, damit er nicht übergewichtig wird. Das Futter sollte abwechslungsreich sein. Es ist ratsam, einen Facharzt oder Koi-Spezialisten zu befragen, da das handelsübliche Futter oft teuer, aber qualitativ nicht zufriedenstellend ist. In Japan ist das beste Futter erhältlich, da man dort auf Jahrzehnte lange Erfahrung in der Koi-Ernährung zurückgreifen kann. Jungtiere benötigen außerdem eine andere Futterzusammensetzung als erwachsene Kois, bei denen die Hauptmahlzeit reich an Eiweiß und Vitaminen sein sollte. Erfahrungsgemäß fressen Kois gern schongegartes Gemüse, von der Substanz her weiches Obst, aber auch Kartoffeln. Bei höheren Wassertemperaturen sind die Tiere aktiver als bei niedrigeren und haben damit einen höheren Energieverbrauch. Je wärmer das Wasser ist umso eiweißhaltiger muss das Futter sein.

Pflege von Nishikigoi

Obwohl die widerstandsfähigen Koi-Karpfen in Haltung und Pflege recht unkompliziert sind, benötigen sie dennoch ideale Bedingungen für ein gesundes Wachstum. Unter weniger guten Lebensbedingungen sterben sie früher und sind anfälliger für Krankheiten. Deshalb sind gute Informationen über die Bedürfnisse von Kois das A und O, um ihnen ein ideales Umfeld bieten zu können. Neu angeschaffte Tiere sollten – bevor sie in den Teich gesetzt werden – einige Zeit in Quarantäne, um eine mögliche Krankheitsübertragung auf den bereits vorhandenen Schwarm auszuschließen. Gesundheitszustand und Wohlbefinden sollten ständig kontrolliert werden. Eine genaue Beobachtung der Farbkarpfen ist unabdingbar, um ein verändertes Verhalten als möglichen Hinweis auf eine Erkrankung feststellen zu können. Selbstverständlich sollten weiterhin die regelmäßige Filterung und Umwälzung des Teichwassers, die je nach Jahreszeit richtige Wassertemperatur und die Kontrolle der Wasserwerte sein. Eine abwechslungsreiche, artgerechte Ernährung, die Einhaltung der Winterruhe und viel Aufmerksamkeit sorgen für das Wohlbefinden der Farbkarpfen.

Krankheiten bei Koi-Karpfen

Nishikigoi sind trotz ihrer Robustheit sensible Tiere. Sie können aufgrund von Stress erkranken oder von Parasiten befallen werden. Aber auch vor anderen Krankheiten sind die prächtigen Farbkarpfen nicht geschützt. Deshalb sollte man besonders auf folgende Symptome bei den nachsthenden Krankheiten achten:

Die wohl schlimmste Krankheit ist die unheilbare Koi-Herpesvirusinfektion. Durch eine Immunisierung können Kois mit der Krankheit weiterleben, allerdings ist er möglicher Überträger der Krankheit auf andere im Schwarm lebende Kois.

Kleinste Abweichungen im Umfeld oder Einflüsse von außen können Stress auslösen, der zu einer Erkrankung an Karpfenpocken führen kann. Diese Krankheit ist leicht zu behandeln.

Ein Parasitenbefall kann durch falsche Wassertemperaturen entstehen. Ein Befall äußert sich durch starken Juckreiz; der betroffene Koi reibt sich an Steinen oder anderen im Teich befindlichen Gegenständen. Die Krankheit zieht außerdem eine Schwächung des Immunsystems nach sich, wodurch die Tiere für weitere Krankheiten empfänglich sind.

Karpfenläuse stellen keine Bedrohung für Kois dar. Sie heften sich an das Tier und saugen Blut und Gewebeflüssigkeit. Ist die Laus gesättigt, fällt sie ab.

Wie der Mensch kann auch ein Koi einen schmerzhaften Sonnenbrand erleiden, der durch das Schwimmen an der Wasseroberfläche und sehr klares Wasser entstehen kann. Deshalb sollte der Fischteich besonders im Sommer mit einem Sonnenschutz ausgestattet sein.

Eine schlechte Wasserqualität begünstigt Flossenfäule. An den Flossen und am Fischmaul beißen sich Bakterien fest, die sich rasch vermehren. Bauchwassersucht ist eine ansteckende bakterielle Infektion, die sich durch einen geschwollenen Fischbauch äußert. Bei nicht artgerechter Haltung tritt diese Erkrankung besonders bei schwächeren oder älteren Kois auf.

Aufgrund einer rapiden Veränderung der Wassertemperatur im Frühjahr können Kois an der sogenannten Frühjahrsvirämie erkranken. Der schnelle Wechsel der Wassertemperatur erzeugt bei Farbkarpfen Stress; sie reagieren mit einem geschwollenen Bauch, offenen Wunden oder gar Geschwüren. Da es sehr unterschiedliche Symptome und Erkrankungen gibt, muss bei Erkennen einer Verhaltensänderung des Kois sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Auf Eigendiagnose und die Verabreichung von Medikamenten muss unbedingt verzichtet werden.

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