Koi Lexikon

 

Wassergüte

Die Wassergüte eines Koiteichs gibt Auskunft darüber, wie hoch die Verunreinigung des Wassers ist. Bei der Bestimmung der Wassergüte wird die Anzahl schädlicher Bakterien und die Menge giftiger organischer und anorganischer Stoffe ermittelt. Das Gesamtbild, das sich daraus ergibt, bestimmt die Wassergüte.

Nützliche und schädliche Bakterien im Teich

Jeder Teich enthält Bakterien. Einige davon sind nützlich, andere hingegen schädlich. Nützliche Bakterien bauen organische Abfallstoffe ab. Sie sind für das Überleben der Fische notwendig. Der Koihalter bietet diesen Bakterien im biologischen Filter gute Lebensbedingungen an, mit dem Ziel, dass diese sich dort in großer Zahl ansiedeln und so das Gewässer reinigen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist ein ausreichender Sauerstoffgehalt. Der Fachbegriff diese Art der Zersetzung ist aerober Abbau.

wassergueteWenn der Sauerstoffgehalt gering ist, können diese Bakterien die Abfallprodukte nicht abbauen. So kommt es zum anaeroben Abbau. Schädliche Bakterienkulturen zersetzen dann die Abfallprodukte, jedoch auf eine andere Art und Weise. Die Endprodukte des anaeroben Abbaus sind giftig für die Fische. Außerdem wird der Teichbesitzer durch den Gestank der Abbauprodukte belästigt. Daher ist es für eine hohe Wassergüte wichtig, den gesamten Teich mit genügend Sauerstoff zu versorgen und insbesondere im biologischen Filter die Ansiedlung nützlicher Bakterien durch ausreichend Sauerstoff zu fördern.

Neben den Bakterien, die Abfallprodukte abbauen, leben im Teich noch andere Bakterienkulturen. Einige davon können Krankheiten hervorrufen. Wenn die Anzahl dieser Bakterien hoch ist, können sogar gesunde Fische befallen werden. Aber bereits eine kleinere Anzahl dieser Bakterien kann bei einer Verletzung gefährliche Infektionen hervorrufen. Die Existenz dieser Bakterien kann im Teich nicht vollständig vermieden werden, jedoch sollte deren Anzahl so gering wie möglich sein.

Belastung der Wassergüte durch organische Zersetzungsprodukte

Ein weiterer Wert, der für die Wassergüte eine Rolle spielt, ist die Menge der organischen Abfallprodukte. Die bereits beschriebene Zersetzung durch die Bakterien spielt dafür eine Rolle. Futterreste, Ausscheidungen der Fische und abgestorbene Pflanzenreste erzeugen Ammonium. Durch die nützlichen Bakterien werden diese Stoffe zuerst in das giftige Nitrit zersetzt, direkt daran anschließend jedoch zu Nitrat oxidiert. Wenn der Abbauprozess ordnungsgemäß funktioniert, ist zu keinem Zeitpunkt Nitrit nachweisbar. Außerdem wird auch das Ammonium schnell abgebaut, so dass dieses nur in kleinen Konzentrationen nachweisbar ist.

Wenn es zum anaeroben Abbau kommt, entstehen hingegen giftige und übelriechende Stoffe wie Methan, Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Ein Teich mit einer hohen Wassergüte weist nur eine minimale oder im Idealfall sogar eine nicht nachweisbare Konzentration dieser Stoffe auf.

Anorganische Giftstoffe

Neben den Stoffen, die durch biologische Prozesse im Koiteich entstehen, kann das Wasser auch andere Giftstoffe enthalten. Diese sind entweder bereits im Leitungswasser vorhanden, oder der Teich wird durch eine andere Verunreinigung belastet. Häufig vorkommende anorganische Giftstoffe sind Schwermetalle. Jedoch wird das Leitungswasser sehr genau auf diese Stoffe kontrolliert, sodass hier nur geringfügige Verunreinigungen nachweisbar sein sollten. Wenn höhere Konzentrationen solcher Stoffe nachweisbar sind, sollte zunächst das Leitungswasser überprüft werden. Wenn hier die Werte normal sind, sollte im Teich oder in der Umgebung nach anderen Quellen gesucht werden, von denen diese Belastung stammen könnte.

Ein Produkt, das anorganische Verunreinigungen wie Schwermetalle gut bindet, ist Lehmpulver. Dieses kann in regelmäßigen Abständen in das Wasser gegeben werden. Das poröse Material nimmt viele schädliche Substanzen auf.

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