Koi Lexikon

Wasserhärte

Die Wasserhärte ist ein wichtiger Wert, der über bestimmte Eigenschaften des Wassers Auskunft gibt. Der Begriff der Wasserhärte wird in zwei Kategorien geteilt, die Karbonhärte und die Gesamthärte, die jeweils verschiedene Auswirkungen haben. Für den Koihalter ist es wichtig, hin und wieder die Wasserhärte in seinem Teich zu überprüfen, denn nur so können den Fischen ideale Lebensbedingungen geboten werden.

Karbonhärte

Die Karbonhärte, die insbesondere unter Chemikern auch oft als Carbonat-Härte bezeichnet wird, beschreibt die Anzahl der Hydrogencarbonat-Anionen (HCO3-) im Wasser. Die zugehörigen Kationen können Kationen verschiedener Metalle wie Natrium, Kalzium oder Magnesium sein, jedoch spielt dies für die Wasserqualität nur eine geringfügige Rolle. Der entscheidende Faktor ist das Hydrogencarbonat-Anion. Dieses Anion hat einige Eigenschaften, die dem Koihalter hilfreich sind. Eine hohe Karbonhärte wirkt als Säurepuffer. Das bedeutet, dass Schwankungen im PH-Wert abgefedert werden und so die Fische weniger belasten. Die Karbonhärte ist auch für die Kohlendioxidkonzentration im Wasser von Bedeutung. Wasser mit sehr geringer Karbonhärte kann nur wenig CO2 aufnehmen. Da Pflanzen das CO2 jedoch benötigen, ist vor allem bei dicht bepflanzten Gewässern eine zu geringe Karbonhärte zu vermeiden.

Gesamthärte

wasserhaerteDie Gesamthärte des Wassers setzt sich aus der Karbon- und der Nichtkarbonhärte zusammen. Neben den Hydrogencarbonat-Anionen der Karbonhärte werden hier auch alle anderen Anionen, wie zum Beispiel Sulfate, Nitrate oder Chloride gewertet. Die Nichtkarbonhärte wird auch als permanente Härte bezeichnet, da sie nicht so leicht aus dem Wasser zu entfernen ist, wie die Karbonhärte. Eine hohe Gesamthärte bedeutet, dass im Wasser viele Mineralstoffe gelöst sind. Wenn die Gesamthärte sehr gering ist, können den Fischen Mineralstoffe entzogen werden.

Bedeutung der Wasserhärte in der Koihaltung

Die meisten Zierfischhhalter müssen die Wasserhärte regelmäßig kontrollieren. Insbesondere die Züchter von Zierfischen aus tropischen Gewässern haben oft damit zu kämpfen, die Wasserhärte niedrig zu halten, da diese Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum oftmals sehr weiches Wasser vorfinden. Die Wasserhärte zu senken ist jedoch nicht einfach.
Für den Koihalter ergibt sich der glückliche Umstand, dass diese Fischart relativ hartes Wasser bevorzugt. Als Idealwert für die Karbonhärte wird in der Regel ein Wert zwischen 6° und 8° dH angegeben. Kritisch sind Werte unter 4° dH. Die Gesamthärte sollte zwischen 10° und 15° dH betragen, mindestens jedoch 8° dH. Da in den meisten Regionen Deutschlands das Leitungswasser relativ hart ist, sollten diese Werte kaum Probleme bereiten, da das Wasser bereits diese Voraussetzungen erfüllt.

Wenn die natürliche Wasserhärte jedoch geringer sein sollte, ist es auch einfach, das Wasser aufzuhärten. Beispielsweise können zerbrochene Muschelschalen in den Filter gegeben werden, um die Wasserhärte zu erhöhen. Im Fachhandel sind auch andere Materialien erhältlich, die diesen Zweck erfüllen.

Auswirkung der Wasserhärte auf die Farbgebung der Fische

Viele Koihalter sind davon überzeugt, dass eine hohe Wasserhärte die Farben der Fische besonders gut zur Geltung kommen lasse. Andere hingegen bestreiten diesen Zusammenhang. Da zu diesem Thema bislang keine umfangreiche vergleichende Analyse durchgeführt worden ist, ist es nicht sicher, ob bei diesen Werten ein Zusammenhang besteht oder nicht. Daher muss jeder Koihalter selbst die überprüfen, ob er einen positiven Effekt einer hohen Wasserhärte auf die Farbgebung der Fische feststellen kann.

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