Koi Lexikon

 

Welche Koi Krankheiten gibt es?

Bei Kois werden folgende Krankheiten am häufigsten beobachtet:

Schuppensträube

Die Schuppensträube basiert zum Beispiel auf sehr verschiedenen Ursachen. Hieran kann beispielsweise eine Darmerkrankung aufgrund falscher Ernährung schuld sein oder es handelt sich um eine Folgeerscheinung von Tuberkulose, Frühjahrsviremie oder Ichthyophonus. Werden blutunterlaufene Einzelschuppen festgestellt, kann eine infektiöse Bakterieninfektion der Fischhaut vorliegen. Ähnlich einer infektiösen Bauchwassersucht zeigen sich hierbei abstehende Schuppen, sodass die Kois wie trockene Tannenzapfen aussehen. Der Körper ist zudem geschwollen und die Kois haben sogenannte Glotzaugen. Die erkrankten Kois atmen sichtbar schwer und schwimmen äußerst träge umher. Sie versuchen vergeblich eine Rückenlage zu stabilisieren und sterben aufgrund dessen meistens innerhalb von zwei Tagen.


Erythrodermatitis

welche-koi-krankheiten-gibt-esBei der Erythrodermatitis handelt es sich um eine Erkrankung, welche aufgrund schlechter Haltungsbedingungen auftritt. Sie lässt sich zwar mindern beziehungsweise eindämmen, aber während einer erneuten Schwächung der Kois tritt sie wieder auf. Die Erythrodermatitis ist bakteriell bedingt und zeigt sich gegenüber der Kolumnaris-Krankheit durch tiefrote, glatträndrige sowie weiß umrundete Geschwüre. Diese Erkrankung befällt im Besonderen schuppenlose Koi-Arten und lässt sich durch Löcher sowie Geschwüre auf dem Koi-Körper erkennen.

Schwimmblasenentzündung

Eine Schwimmblasenentzündung tritt in den meisten Fällen bei Jungkois innerhalb des ersten Lebensjahres auf und wird durch Sporozoen (Sporentierchen) hervorgerufen. Im Fall einer Erkrankung liegt der Koi seitlich auf dem Teichboden oder hängt in gleicher Körperhaltung nahe der Wasseroberfläche. Wird die Schwimmblasenentzündung zeitig erkannt sowie behandelt, kann sie auskuriert werden. Die Kois werden dazu in warmes, gut durchlüftetes und flaches Wasser überführt.

Gasblasenkrankheit

Die Gasblasenkrankheit kann während der Zugabe frischen Wassers, welches zudem unter Druck steht, kommen. Ein anderer Auslöser dieser Erkrankung kann auch zu intensive Sonneneinstrahlung sein. Grundsätzlich handelt es sich bei der Gasblasenerkrankung um eine Gas-Übersättigung des Teiches. Die Gasblasen bilden sich im Blut sowie unterhalb der Haut und innerhalb der Gewebeflüssigkeit der Kois. Im Speziellen sind die Jungfische stark gefährdet. Experten empfehlen in diesem Fall, die erkrankten Kois möglichst sofort in neutrales Wasser umzusetzen, und mittels intensiver Wasserbewegungen und einer starken Belüftung den Gasüberschuss zu entfernen.

Befall durch Fischegel (Piscicola geometra)

In Mitteleuropa wird meistens der Piscicola, ein fast fünf Zentimeter langer Egel, beobachtet, welcher an den beiden Körperenden scheibenförmige Saugnäpfe besitzt. Mit diesen heftet sich der Fischegel am Koikörper fest und saugt Körpersäfte sowie Blut der Fische. Sind die Kois von ihm massenhaft befallen, werden sie immens geschwächt und somit anfälliger für diverse andere Erkrankungen.

Befall durch die Karpfenlaus (Argulus)

Die Karpfenlaus kann einen Durchmesser von bis zu dreizehn Millimetern erreichen und besitzt einen schildförmig abgeplatteten Körper. Die Argulus nähert sich den Kois mithilfe schaukelnder Bewegungen und heftet sich an ihren Körpern fest. Durch das Saugen von Körpersäften sowie Blut werden die Kois stetig schwächer und übertragen weitere Krankheiten. Zudem besteht eine Gefahr, dass durch die Wunden der Argulusstiche nachträgliche Infektionen entstehen.

Befall durch Ankerwürmer (Lernea)

Sind die Kois von diesen Parasiten befallen, scheuern sie sich und zeigen auf ihrer Haut blutunterlaufene Flecken. Bei intensiver Beobachtung sind etliche helle, etwa zehn Zentimeter lange Fäden zu sehen, welche direkt aus der Koihaut heraushängen.

Kiemenwürmer-Befall (Dactylogyrus)

Die Kois halten ihre Kiemen untypisch lange geschlossen oder offen. Spreizen die Fische ihre Kiemendeckel ab, zeigen die Kiemenplättchen weiße Flecken. Ist der Befall bereits weit fortgeschritten, können ganze Kiementeile fehlen und es lässt sich eine extrem hohe Atemfrequenz beobachten. Um die Kiemenwürmer nachzuweisen, empfehlen sich Kiemenabstriche, welche unter einem Mikroskop Gewissheit bringen und meistens Dactylogyrus von etwa 0,5 bis 1 Millimeter Größe zeigen.

Fisch- und Karpfenpocken (Pockenepitheliom)

Diese Koi-Erkrankung macht sich durch wachsartige helle Wucherungen an Flossen sowie Körper der Kois bemerkbar. Diese Viruserkrankung tritt im Besonderen während des Frühjahrs bei den Fischen auf. Kois mit einem schwachen Immunsystem sind besonders für eine Karpfenpocken-Infektion empfänglich. Über die Pockenepitheliome ist bisher nicht viel bekannt, jedoch töten sie die Kois nicht. Derartige Wucherungen setzen jedoch den Wert der Kois herab und sehen zudem äußerst hässlich aus.

Frühjahrsvirämie / SVC (Spring viraemia of carp)

Eine derartige Erkrankung tritt speziell im Frühjahr aufgrund ansteigender Temperaturen auf. Diese Viruserkrankung zeigt sich mit folgenden Merkmalen: Der Koi-Körper ist aufgetrieben und im Innern mit Flüssigkeit gefüllt. Die Kiemen sind äußerst blass und der Körper weist an After sowie unter der Fischhaut Blutungen auf. Des Weiteren sind Milz und Leber vergrößert. Die Frühjahrsvirämie ist extrem ansteckend und wird von den Kois durch Kot und direktem Schleimhautkontakt übertragen.

Bandwürmer (Eucestoda)

Derartige Schmarotzer finden sich selten bei Kois, können allerdings mit dem Fischfutter von anderen Fischteichen eingeschleppt werden. Bei einem Befall der Kois durch Bandwürmer magern die Fische ab und Jungfische wachsen schlecht.

Ichthyophthirius (kurz Ichthy genannt)

Ichthyophthirius multifilis (Weisspünktchenkrankheit) ist mit die häufigste Krankheit der Kois. Einerseits beruht sie meistens auf allgemeiner Schwächung der Fische, kann allerdings auch gesunde Kois befallen. Diese Erkrankung ist epidemisch, sodass sie leicht übertragen wird. Die infizierten Fische zeigen an Flossen sowie am Körper Unmengen kleiner weißer Pünktchen.

Bakterielle Flossenfäule

Die bakterielle Flossenfäule wird im Speziellen durch ungenügende Haltungsbedingungen begünstigt und wird beispielsweise durch Flexibakter oder Aeromonaden verursacht. Zu Beginn sind besonders die Flossen beziehungsweise die Schwanzflosse blutig unterlaufen und entzündet. Im Endstadium fasern sie aus und faulen schließlich bis direkt an den Fischkörper weg. Diese Infektion lässt sich ausschließlich im Anfangsstudium heilen.

Kiemenfäule (Pilzerkrankung durch Branchiomyces)

Eine Kiemenfäule bei den Kois lösen Algenpilze aus, welche aber durch optimale Haltungsbedingungen zu vermeiden sind. Sie ist rein äußerlich oftmals schwer zu beobachten und schreitet immens schnell fort. Als einziges Merkmal zeigen sich eine äußerst hohe Atemfrequenz der Kois sowie schmierige, graue Kiemenblätter.

Verpilzungen beruhen meistens auf verletzten Schleimhäuten sowie allgemeiner Schwächung (infolge schmutzigen und zu kühlen Wassers, Überbesatz oder zu krassem Wasserwechsel) der Kois. Primär befällt Fischschimmel/Wasserschimmel (Saprolegnia) die jeweilige Verletzung, danach wachsen die Pilze innerhalb des gesunden Gewebes weiter. Es lassen sich weißgraue, wattebauschartige Beläge beobachten, welche den kompletten Koi überwuchern.

Costia (Ichthyobodo necator – früher Costia necatrix)

Diese Erkrankung ist bei Kois weit verbreitet und tritt speziell in Winterteichen auf. Costia bezeichnet einen Schwächeparasit und schwächt einen Koi extrem. Es lässt sich ein schleierartiger, zarter Belag auf dem Körper der Kois beobachten und stark befallene Stellen der Fischhaut sind blutunterlaufen und somit stark gerötet. Die Kois schwimmen schaukelnd oder scheuern sich. Zudem sind geklemmte Flossen zu beobachten.

Trichodina (Hauttrüber)

Dieser Parasit erscheint unter dem Mikroskop ähnlich einem Hakenkranz. Er befällt im Besonderen die Kiemen sowie die Haut und vermehrt sich durch Querteilung. Ist der Besatz allgemein zu dicht, kann ein Befall, wie auch in Winterteichen, stärker ausfallen. Hierbei erscheint auf der Koihaut ein schleierartiger, jedoch feiner Belag, welcher sich bei steigendem Befall wesentlich verstärkt. Die Fische verhalten sich ungewöhnlich unruhig und die Sterberate erhöht sich schnell. Sind die Kiemen der Kois stark infiziert, schnappen sie direkt an der Wasseroberfläche nach Luft.

Chilodonella (Wimperntierchen)

Die erkrankten Fische weisen eine Trübung ihrer Haut auf. Diese weißbläuliche Trübung tritt im Besonderen zwischen ihrer Nackenregion und ihrem Rückenflossen-Ansatz auf. Die Trübung äußert sich oftmals durch einen pflasterartigen Befall, der an Pocken erinnert. Sind die Symptome extrem, kann die Koihaut in Fetzen abfallen. Aufgrund dessen scheuern sich die Kois am Teichboden und schwimmen träge umher. Für eine intensive Untersuchung eignen sich lediglich lebende Kois, da tote Tiere sehr schnell von den Chilodonella verlassen werden.

Allgemeine Anzeichen für eine Erkrankung / Parasitenbefall im Koi-Teich

So schwimmen sie beispielsweise ständig gegen den Wassereinlauf und springen aus dem Wasser. Die Fische sondern sich ab oder schnappen direkt an der Wasseroberfläche nach Luft. Die Kois zucken während des Schwimmens mit der Brustflosse oder klemmen sie ein. Oftmals scheuern sich die Tiere am Teichboden und verfügen über eine extrem hohe Atemfrequenz. Die Haut weist einen getrübten Belag auf, welches sich an einem schwarzen Koi gut beobachten lässt. Teilweise sind ihre Augen getrübt und die Flossen zerfranst sowie mit roten Rändern versehen. Sie fressen nicht mehr ausreichend, sodass sie extrem abmagern, was sich auch durch einen sogenannten Messerrücken bemerkbar macht. Des Weiteren können sie unterhalb der Wasseroberfläche eine schräge Haltung einnehmen.

Vergiftungserscheinungen – Gifte im Koi-Teich können vielseitig sein

Zement sollte stets mehrmals abgewaschen werden, wobei eventuell mehrere Wochen mit eingerechnet werden müssen. Die zu verwendenden Farben müssen für einen Fischteich geeignet sein. Isoliermittel, welche ungeeignete Vergussmassen wie beispielsweise Phenol beinhalten, sollten vermieden werden. Kupferelemente sowie gelbe oder schwarze Gummischläuche stellen Vergiftungsgefahren dar. Im Besonderen ist auf vermehrte Eiweiß-Abbauprodukte zu achten wie beispielsweise faulende Pflanzen, Futterreste und Exkremente. Bei den Stickstoffverbindungen wie zum Beispiel Nitrite/Nitrate, Harnstoffe oder Amoniak müssen die untersten Grenzwerte beachtet werden, um eine Giftwirkung zu vermeiden. Bei den Nitraten liegt der Wert zwischen 100 bis 300 Milligramm/Liter, bei Amoniak zwischen 0,2 bis 0,5 Milligramm/Liter und bei Nitriten zwischen 10 bis 20 Milligramm/Liter.

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