Koi Lexikon

 

Koi als Statussymbol

Der Koi heißt in Japan Nishikigoi (錦鯉) und gehört zur Familie der Karpfenfische. Es handelt sich dabei um eine besondere Zuchtform des Karpfens, die sich zum Statussymbol etablieren konnte. Übersetzt bedeutet sein japanischer Name „Brokatkarpen“, was bereits auf seine edle Bedeutung in der Gesellschaft hindeutet – denn auch in Japan gilt Brokat als Stoff für alle, die ihn sich leisten können und wollen.

Herkunft und Anfänge der Koi

Die genaue Herkunft des Koi ist nicht genau geklärt. Vermutungen legen nahe, dass er tatsächlich aus dem asiatischen Raum stammt: In Frage kommen China, Japan oder Korea als Ursprungsländer. Er könnte aber auch aus dem eurasischen Raum der Donauregion stammen sowie aus dem Schwarzen oder Kaspischen Meer. Seine kulturellen Wurzeln hat der Koi jedoch in China, wo bereits vor 2500 Jahren die so genannten Farbkarpfen dokumentiert wurden. Entstanden sind die Tiere zunächst bei der Zucht von Flusskarpfen. Im chinesischen Raum steht der Koi für Stärke, da er als einziger Fisch die reißenden Wasserfälle des Gelben Flusses bewältigen kann. Seinen Ruf als Statussymbol wird das Tier ebenfalls noch aus dieser Zeit haben. Herzog Zhao Gong aus Lu schenkte dem chinesischen Philosophen Konfuzius anlässlich der Geburt seines Sohnes einen Koi als Zeichen seiner Wertschätzung, sodass davon auszugehen ist, dass der Farbkarpfen bereits damals als edles Tier galt.


Japan & Koi

koi-als-statussymbolWie genau der Koi nach Japan kam, ist heute unklar. Obwohl er vor allem im frühgeschichtlichen China als Statussymbol gegolten zu haben scheint, wird er stark mit Japan assoziiert und gilt heute zunehmend als Statussymbol unter Japanern. Weitläufiger bekannt wurde der Koi in Japan im 18. Jahrhundert in der schwer erreichbaren Region Niigata, wo er zur Nahrungsaufbesserung gezüchtet wurde. Auffällig waren damals die farblich unterschiedlichen Tiere, die von den Bauern teilweise nicht verzehrt, sondern bewusst weitergezüchtet worden. Da Niigata so schwer zugänglich war, beschränkte sich die Zucht der heutigen Koi vor allem auf diese Region. Im Jahre 1914 erschienen die farbigen Koi aus Niigata, wie man sie heutzutage kennt, zum ersten Mal vor einer breiteren Öffentlichkeit anlässlich der Taisho-Ausstellung in Tokio. Der Kronprinz Hirohito erhielt 7 dieser Exemplare als Geschenk, was den Koi sicherlich zur Geltung als moderne Statussymbole verholfen hat.

Was macht den Koi heute zum Statussymbol?

Den Koi kennen viele Menschen heute als wertvolles Präsent, das beispielsweise anlässlich eines japanischen Staatsbesuch den Eigentümer wechselt. Die japanische Koi-Zucht war tatsächlich maßgebend für die Entwicklung der modernen Tiere, was sich bereits daran zeigt, dass alle Farbschläge der Farbkarpfen japanischen Ursprungs sind. In Japan wurden die Tiere lange Zeit vom Herrscherhaus gehalten, was ihnen in Europa den Ruf eingebracht hat, der Liebling der Reichen und Schönen zu sein. Da ein Koi reichlich Platz braucht, um sich gesund entwickeln und entfalten zu können, deutet er auch im europäischen Garten darauf hin, dass sein Besitzer eine so große Landfläche besitzt, um den entsprechenden Teich zu bauen. Im Vergleich zu anderen Fischarten sind Farbkarpfen sicherlich auch nicht günstig, auch wenn die meisten Exemplare nicht so teuer sind wie die wenigen Tiere, die tatsächlich Rekordsummen einbringen.

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