Koi Lexikon

 

Koi Herpes

Koi- Herpes ist eine Infektionskrankheit, die Koikarpfen und Nutzkarpfen befallen kann und durch das Koi- Herpesvirus ausgelöst wird. Übertragen wird dieses Virus durch einen direkten Kontakt zwischen Haut oder Kiemen der Fische oder indirekt über Wasser, das Viren enthält. Durch verunreinigtes Zuchtzubehör oder die Hände kann das Virus ebenfalls verbreitet werden. Auch Wasservögel können das Virus in die Koi- Population einbringen. Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem tatsächlichen Ausbruch der Krankheit liegt zwischen sieben Tagen bis hin zu mehreren Monaten.

koi-herpesDie Erkrankung an Koi- Herpes führt zu unter anderem zu Organblutungen, Nierenentzündungen und Veränderungen der Kiemen- und Darmzellen und des Blutbildes. Für den Halter leichter zu erkennen sind jedoch die Folgen in Bezug auf Aussehen und Verhalten. Die erkrankten Tiere produzieren vermehrt Schleim, welcher sich in Fetzen ablösen kann. Die Augen fallen ein und es zeigen sich rote oder weiße Flecken an den Kiemen oder Blutungen auf der sandpapierartigen und farbloseren Haut. Im Verhalten zeigt sich die Erkrankung durch verminderte Futteraufnahme, Schnappatmung, Apathie und die Isolation der kranken Tiere von ihren Artgenossen. Problematisch am Symptombild von Koi- Herpes ist allerdings, dass die genannten Krankheitsanzeichen auch durch andere Faktoren verursacht werden können, so dass die Symptomlage nicht immer eindeutig zu interpretieren ist. Da Koi- Herpes zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen gehört, muss bereits beim Verdacht auf die Erkrankung ein Tierarzt hinzugezogen werden.


Ist ein Fisch an Koi- Herpes erkrankt, kann er nach derzeitigem Stand nicht geheilt werden. Über achtzig Prozent der Tiere sterben nach Ausbruch der Krankheit innerhalb von zwei Wochen. Es ist allerdings möglich, erkrankte Tiere zu therapieren, so dass diese trotz des Virus überleben. Dazu werden die Fische über einen Zeitraum von über einem Monat einer Wassertemperatur von mindestens 30 Grad Celsius ausgesetzt. Die Fische, die den Befall mit Koi- Herpes überleben, tragen das Virus aber auch nach dieser Therapie in sich und können bisher noch nicht erkrankte Tiere infizieren. Diese Gefährdung gesunder Tiere durch die therapierten Überträger stellt die Sinnhaftigkeit der Therapie in Frage.

Neben der Therapie von Koi- Herpes durch Temperaturerhöhung werden auch bisherige Impfungen gegen das Koi- Herpesvirus kritisch gesehen. Diese stehen ebenfalls im Verdacht, dass geimpfte Tiere zwar selbst nicht mehr erkranken, das Virus aber ausscheiden und so nicht geimpfte Tiere infizieren. Dieser Übertragungsweg ist aber derzeit nicht gesichert nachgewiesen und wird durch die Fachwelt noch untersucht und diskutiert. Für eine Impfung sollte daher ebenfalls ein fachkundiger Veterinärmediziner kontaktiert werden.

Um zu verhindern, dass das Koi- Herpesvirus in den Fischbestand eingeschleppt wird, ist eine genaue Beachtung der Hygiene bei Kontaktpersonen und Zuchtzubehör notwendig. Gegen den Kontakt mit kontaminierten Wasservögeln können Netze über die Teiche gespannt werden. Auch beim Erwerb von neuen Tieren ist Vorsicht geboten. Kois sollten nur von Händlern erworben werden, die einen veterinärmedizinischen Nachweis erbringen können, dass ihr Tier negativ auf das Koi- Herpesvirus getestet wurde. Zusätzlich sollten neue Fische zunächst in einer Quarantäne isoliert werden, die mindestens zwei Wochen dauern sollte, idealerweise aber einen Zeitraum von vier Wochen umfasst. In dieser Zeit sollten die neuen Tiere zudem verschiedenen Wassertemperaturen ausgesetzt werden.

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