Koi Lexikon

 

Koi Krankheiten

Obwohl Koi Karpfen als relativ robuste Tiere gelten, gibt es europaweit einige teils schwere Fischkrankheiten, die die Koibestände befallen und bedrohen. Vielen der auftretenden Krankheiten kann allerdings durch regelmäßige Wartung der Wasseranlagen und entsprechender Pflege der wertvollen Tiere vorgebeugt werden. Außerdem können einige Krankheiten bei früher Erkennung wirksam behandelt werden. Bei einem akuten Krankheitsfall sollte der Halter in jedem Falle den Rat eines auf Koizucht spezialisierten Tierarztes oder des entsprechenden Händlers einholen, um eine optimale Behandlung der Fische zu gewährleisten und eine Verbreitung auf den gesamten Bestand zu verhindern. Im Folgenden werden die häufigsten Fischkrankheiten erläutert, die bei Koibeständen auftreten können.

Karpfenlaus (Argulus)

koi-krankheitenDieses Krankheitsbild wird durch kleine Krebstierchen ausgelöst. Die Fischläuse befallen neben Karpfen auch andere Fischarten und setzen sich ähnlich wie Zecken bei Haustieren auf deren Haut ab und saugen Blut. Die Krebstierchen leben als Ektoparasiten und wechseln dabei ständig den Wirt. Gefährlicher als der Blutverlust ist der Stich der Karpfenlaus, welcher zu ernsthaften Folgeerscheinungen wie Lähmungen bis hin zum Tod führen kann. Die wichtigsten Symptome der erkrankten Tiere sind gerötete Einstichwunden, Gewichtsverlust, sowie starkes Scheuern, ausgelöst durch den Juckreiz. Die ausgebrochene Krankheit kann relativ gut und nachhaltig behandelt werden. Nach der vollständigen Entfernung der Läuse findet eine Behandlung mit Kochsalzbädern und Insektiziden statt, um auch schwer zugängliche Parasiten abzutöten. Dadurch kann ein erneuter Befall und die Verbreitung im Bestand verhindert werden.


Koi Herpes Virus (KHV)

Die Herpesvirusinfektion gehört zu den gefährlichsten aller bei Karpfen auftretenden Krankheiten. Sie wird durch den aggressiven Virus KHV ausgelöst, der seit 2005 in Deutschland als Tierseuche anzeigepflichtig ist. Die Inkubationszeit kann eine Woche oder auch mehrere Monate betragen, wodurch die Diagnose erheblich erschwert wird. Ist der Virus einmal im Bestand ausgebrochen, ist mit einer sehr hohen Sterblichkeitsrate zu rechnen. Diese liegt zwischen 80 und 100 Prozent in einem Zeitraum von zwei Wochen. Die schnelle Verbreitung und der schwere Krankheitsverlauf machen es für den Halter unerlässlich, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zur Verhinderung eines solchen Ausbruchs zu treffen.

Symptome der Infektion sind unter anderem Apathie, Orientierungslosigkeit, Atemnot und ungewöhnlich blasse Flecken auf der Fischhaut. Da es für diese Viruserkrankung bisher keine Heilungsmöglichkeiten gibt, muss durch regelmäßige Reinigung und Überprüfung der Wasserqualität vorgesorgt werden. Bei den ersten Anzeichen eines Krankheitsfalles sollte sofort eine Quarantäne der betroffenen Fische eingeleitet werden. Das genaue Beobachten der Tiere ist hier von entscheidender Bedeutung, da sich die ersten Symptome im Verhalten der Fische zeigen.

Bauchwassersucht (Aszites)

Unter der Bachwassersucht versteht man eine pathologische Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle mit einer einhergehenden Bauchschwellung, die im Frühstadium behandelbar ist. Diese Krankheit wird von den Karpfenläusen übertragen und zeichnet sich durch ein hohes Ansteckungsrisiko aus. Deshalb müssen auch hier die Tiere schnell isoliert werden, um eine Verbreitung im Bestand zu verhindern.

Kiemenfäule (Branchiomykose)

Die heimtückische Kiemenfäule ist nicht gleich erkennbar und nur durch einen genauen Blick auf die Kiemenblätter zu diagnostizieren. Rechtzeitig erkannt gibt es jedoch wirksame Behandlungsmethoden für eine vollständige Regeneration der Tiere. Dieses Krankheitsbild wird von Algenpilzen ausgelöst. Auch hier kann die entsprechende Gewässerpflege durch den Halter vorbeugend wirken.

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