Koi Lexikon

 

Koi

Koi bedeutet aus dem Japanischen übersetzt: „Karpfen“; eigentlich Nishikigoi: „Brokatkarpfen“. Einige Zuchtformen, die in der Beschuppung dem europäischen Spiegel- oder Zeilkarpfen entsprechen, heißen Doitsugoi: „Deutscher Karpfen“.

Kenntnisse von Farbkarpfen in China vor 2500 Jahren sind überliefert, doch werden als ursprüngliche Heimaten des Kois auch das Schwarze und das Kaspische Meer, der Aralsee, die Donauregion, Korea oder Japan vermutet.


koiIn der der japanischen Region Niigata stachen um 1800 Mutanten in den Farben Rot, Weiß und Hellgelb aus der Karpfenzucht heraus. Nur langsam erfolgte die Ausbreitung, bis 1914 auf einer Ausstellung in Tokio 27 Kois den zweiten Platz erhielten und damit den Grundstein der heutigen Koizucht legten. Die Wirtschaftsflaute in den 20ern und später die eingeschränkten Lebensmittel im Zweiten Weltkrieg versetzten der Koizucht einen erheblichen Dämpfer. Erst der Ausbau von Bahn- und Flugverkehr verhalf der Zucht zu weltweiter Bekanntheit und qualitativer Steigerung. Bis heute macht Japan sich einen Namen mit der Koizucht, aber auch andere Länder, wie Israel und Südafrika, genießen den Ruf, die Zuchten mit attraktiven Tieren zu bereichern.

Mit mehr als 16 Haupt- und 100 Unterformen, die sich kontinuierlich erweitern, zeigt die heutige Koizucht ihre Verbreitung. Zu den bekannten Zuchtformen gehören: Asagi/Shusui, Bekko, Hikari-Utsurimono, Kinginrin, Köhaku, Koromo, Ogon, Sanke, Showa, Tancho, Utsurimono und Kawarimono. Liebhaber des Kois bevorzugen ein- bis dreifarbige Zuchtformen. So tummeln sich rote, blaue, grüne und gelbe Koifische in ihren Teichen, wie auch Tiere in Orange, Silber, Gold, Weiß und Schwarz und in metallischem Schillern. Die Verkaufspreise variieren je nach Körperbau und Zeichnung, können sich aber mit Spitzenpreisen im fünfstelligen Bereich (Euro) bewegen.

Der Wachstumsförderung bei der Koizucht dient in Japan die Haltung in weitläufigen, eher natürlich belassenen Teichen, deren Ufer mit Pflanzen und Steinen bestückt sind. Besonders klares Wasser bevorzugen hingegen die Hobbyhalter des Kois in ihren Anlagen. Damit wollen sie größtmögliche Keimfreiheit für die Fische erreichen, können diese aber, der direkten Einwirkung der Sonnenenergie ausgesetzt, sogar einen Sonnenbrand erleiden lassen. Durch die dichte Bestückung der Becken ist eine mögliche Übertragung von Krankheitserregern bedeutend erhöht, auch wenn das klare Wasser ihnen weniger Überlebenschancen zubilligt. Je enger die Kois zusammenleben, zum einen durch Größe der Population und zum anderen durch Körpergröße der einzelnen Tiere, desto höher sind die Aussichten auf Ansteckung durch Parasiten und Bakterien. Als Faustregel für Raum- und Wasservolumen bei der Haltung gilt: pro Fisch 1000 Liter Wasser.

Auch die Wassertemperatur ist von Bedeutung. Sie soll sich zwischen Graden von 14 und 18 im Frühling, 20 und 26 im Sommer, 15 und 20 im Herbst und nicht unter 4 Grad im Winter bewegen. Wichtig sind ebenfalls gute Filteranlagen wegen Nitrit-, Ammoniak- und pH-Werten des Wassers, die fortlaufend gemessen werden müssen.

Unabhängig von der Größe des Wasserbeckens zeigt sich das Wachstum des Kois, dessen Wuchsschnelligkeit sich jedoch bei stimmigen Wassereigenschaften erhöht. Seine Körpergröße kann, je nach Futterqualität, über einen Meter betragen.

50 bis 70 Jahre ist die durchschnittliche Lebenserwartung des Kois. Der Fisch kann jedoch bei entsprechenden Wassergegebenheiten und –hygiene eine Lebenszeit von 200 Jahren überschreiten. Häufig wird er nur um die zehn Jahre alt, weil die Haltungsbedingungen nicht die erforderliche Qualität aufweisen.

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