Koi Lexikon

 

Japan

Japan, der Inselkettenstaat vor der asiatischen Ostküste, der sich auf vier Hauptinseln verteilt, ist nicht nur einer der hoch entwickelten Industriestaaten der Welt, sondern hier werden auch Koi als Zierfische gezüchtet.

Koifische sind ichthyologisch eine Zuchtform des Karpfens (Cyprinus carpio). Sie werden auch umgangssprachlich Koi-Karpfen oder japanisch Nishikigoi (wörtlich „Brokatkarpfen“, in zusammengesetzten Begriffen oft auch -goi) genannt.


Die Herkunft der Koi ist weitgehend unbekannt und umstritten. Die Koifische von heute werden jedoch fast ausschließlich in Japan gezüchtet, wo Karpfen erstmals 713 im „Hitachi Fudoki“, einem Buch über Natureindrücke der Region Hitachi erwähnt werden, aber auch in der japanische Chronik aus dem Jahr 720 namens „Nihonshoki“. Nicht sicher ist, ob hier wirklich der Koifisch gemeint war oder nur ein gewöhnlicher Karpfen, da die japanischen Schriftzeichen dies nicht unterscheiden.

japanIn der Präfektur Niigata wurden früher im 18. Jahrhundert Karpfen für Nahrungszwecke von Reisbauern gezüchtet, weil die Menschen der Region zur Winterzeit darauf angewiesen waren. Die ersten gezüchteten Koi waren noch nicht ganz so farbenprächtig wie diejenigen, die heutzutage erworben werden können. In der damaligen anfänglichen Karpfenzucht befanden sich aber bereits Exemplare, die rot, weiß oder hellgelb leuchteten. Die Verbreitung dieser Mutationen nahm sehr viel Zeit in Anspruch, weil die Züchtung in aller Abgeschiedenheit durchgeführt wurde. Schließlich brachte man aber 27 Koifische zu einer Taisho-Ausstellung in Tokio. Dem Kronprinzen Hirohito, Biologe von Beruf, wurden sieben Exemplare geschenkt. Damit war der Grundstein für die Zucht der Koi von heute gelegt, die allerdings im 20. Jahrhundert durch Depression und Unterernährung im Zweiten Weltkrieg zum Erliegen kam, sich dann aber stetig erholen konnte. Der Flugverkehr und günstige Schienenverbindungen machten es möglich, die hübschen Koi in die ganze Welt zu exportieren, wo sie immer mehr Liebhaber fanden. Mittlerweile gibt es sie in mindestens sechzehn Varianten mit etlichen Unterformen, aber diese Zahl ändert sich laufend, weil immer mehr Varianten hinzukommen. Besonders beliebt sind die Butterfly Koi, die mit den im Wasser anmutig wehenden Fransenflossen an Drachen erinnern. Besonders edel wirken die metallisch silbrig- oder goldfarben glänzenden Koi. Auch die ein-, zwei- oder dreifarbigen Koifische sind weit verbreitet.

In Japan werden die Koi in keimfreien Anlagen gezüchtet, oftmals in natürlichen Riesenteichen, die gewährleisten, dass die Fische auch eine bestimmte Größe erhalten. Das Wasser ist glasklar, weil so Krankheitskeime nicht so gut überleben können. Je enger aber die Fische gehalten werden, je größer die Gefahr, dass sich die Fische gegenseitig mit Bakterien infizieren oder sich Parasiten ausbreiten. Deswegen gilt als Faustregel, dass nur ein Fisch auf 1.000 Liter Wasser gehalten werden sollte, was natürlich viel Aufwand erfordert und die Fische so wertvoll macht. Schlechte Teichbedingungen verkürzen die Lebenszeit der Koi von ca. 60 im Durchschnitt auf nur 10 Jahre. Es sollen schon Koi gelebt haben, die mehr als 200 Jahre alt wurden.

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